Datum: 26. Januar 2020

Lesezeit:  6 Minuten

Autor: Thomas

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London – Eine unerwartete Reise

Reisebericht

Zwei Jahre hat es gedauert, bis Julia und ich zum ersten Mal gemeinsam in den Urlaub geflogen sind. Im Januar 2014 war es dann so weit. Das Ziel: London. Ein Kurzurlaub, der vieles geändert hat. Vermutlich ist das auch der Grund, warum wir London so lieben und wir in der Folgezeit noch zweimal hingeflogen sind – und es mit Sicherheit auch noch weitere Male tun werden. Aber lest selbst!

Die Vorgeschichte

Die Vorplanung fand im Geheimen statt. Eine verschwörerische Gruppe von Menschen um mich herum (genauer: Julia und meine Eltern) haben sich in geheimen Sitzungen zusammengerottet und ohne mein Wissen ein Geschenk für meinen Geburtstag und Weihnachten (was beides praktischerweise nur drei Tage voneinander entfernt ist) vorbereitet. Bis zum Morgen des 21.12.2013 war ich ahnungslos.

Mit dem ersten Kaffee im Bett bekam ich von Julia mein Geburtstagsgeschenk: Ein Kulturbeutel und ein Flugticket ohne Ziel. Ratlos wartete ich auf die restliche Verschwörerbande, welche mit einem Luftballon kamen, der ein Lied von den Beatles trällerte. Die Krönung war dann ein Buchstabensalat, der mir das Ziel verraten sollte. Das Wort „London“ ist natürlich nicht allzu schwer zu erraten, aber es gab zusätzlich noch die Buchstaben für „Stansted“ dazu. Spitze der Gemeinheit: Niemand hat mir gesagt gesagt, dass es zwei Wörter sind. Böse! Irgendwann habe ich es dann doch rausbekommen.

Nachdem ich das Reiseziel erraten hatte, durfte ich dann die restlichen Geschenke auspacken: Zwei London-Pässe, ein wirklich schickes Hotel, ein Reiseführer, Minzdrops und alles was man für England im Januar so braucht. Für Vorbereitungen war wenig Zeit, Weihnachten, Silvester und Julias Geburtstag standen schließlich noch vor der Tür – und in zwei Wochen sollte es schon losgehen!

Die Planung

Nach allen Feiern und Urlauben ging die Planung der Reise los. Eigentlich haben wir nur Koffer gepackt (damals sind wir noch mit normalen Trolleys gereist), alle Tickets ausgedruckt, den Leistungsumfang unseres London-Passes auswendig gelernt und ein paar Ziele gesucht, die wir auf jeden Fall sehen wollten.

Achja, den Transfer vom Flughafen in die Innenstadt haben wir auch noch rausgesucht, ein Bus sollte es sein. Mehr gab es nicht an Vorbereitung und mehr war auch gar nicht nötig!

Die Anreise

Früh morgens ging es zum Flughafen, der Flieger ging um 06:30 Uhr. Meine Eltern brachten uns nach Weeze (Niederrhein). Kurz vorher fiel uns noch ein, dass England möglicherweise andere Steckdosen haben könnte als wir. Einen Adapter hatten wir nicht. Kurze Recherche: Am Flughafen Weeze gibt es einen Automaten von Saturn für genau diese Fälle. Gut, das passt. Zu unserem Glück hatte der Automat auch noch einen Adapterstecker im Sortiment. Es gibt also mehrere Personen, die so planlos sind wie wir.

Mit unserem neuen Reisestecker in der Hand ging es mit Ryanair direkt nach London Stansted. Für den weiteren Transfer hatten wir Tickets für den Easybus gebucht. Ein Fehler, den wir nie wieder machen werden. Die Erfahrung der nächsten Jahre wird zeigen, dass wir mit Busfahrten über eine Stunde nicht allzu viel Glück haben werden. Dazu aber in den anderen Berichten mehr.

Der Bus hatte einen schleichenden Plattfuß. Am Anfang war der Fahrer wohl noch optimistisch, denn der Bus fuhr nur etwas unrund. Später eierte der Bus über die gesamten drei Spuren der Autobahn, bis der Fahrer die Sinnlosigkeit einer Weiterfahrt erkannte und links ran fuhr. Ein Ersatzbus kam nach ca. einer Stunde. Da war der Puls dann auch wieder unten. Gepäck umladen und weiter geht’s. In der City angekommen, meldete sich unser Magen, wir hatten ja seit ein paar Stunden nichts mehr gegessen. Ganz typisch Touri gingen wir zu Subway. Warum auch etwas probieren, was man (noch) nicht kennt?

Gestärkt von einem Sandwich brachen wir wieder auf und holten noch unsere London-Pässe ab, bevor wir ins Hotel fuhren. Damals wussten wir nicht, dass wir sie auch nach Deutschland hätten bestellen können. Der London-Pass beinhaltet für die Gültigkeitsdauer optional auch die Nutzung des ÖPNVs. Eine Karte des Metrosystems gab es gratis dazu. Alles da, also auf zum Hotel.

An dieser Stelle sei einmal angemerkt, dass wir zum damaligen Zeitpunkt absolute Autofahrer waren. Busse und Bahnen waren nicht unsere Welt (besonders nicht in Deutschland). Trotzdem haben wir uns schnell an das Metronetz der Underground gewöhnt und es zu schätzen gelernt.

Unser Hotel lag im Stadtteil Bayswater, direkt am Hydepark. Für mich ist das Hotel bis heute die beste „Basis“, die wir in London hatten, auch wenn das Zimmer recht klein war. Koffer abgestellt (so gut es eben ging) und auf ins Getümmel.

London an sich

Wo soll man hier anfangen? London ist eben London. Riesengroß, permanent in Bewegung, laut, überlaufen aber alles mit britischem Stil. Unser Programm war das typische Touristenprogramm. Wir haben den Big Ben besucht, die Towerbridge, den Tower of London, die HMS Belfast, den Hydepark… Einfach alles, was der London-Pass hergab. An den beiden letzten Tagen (da war der Pass ausgelaufen) haben wir uns dann frei bewegt und haben die Stadt selbst erkundet, immer mit einem Ziel vor Augen, welches wir uns morgens beim Frühstück ausgesucht haben.

Dabei sind einige unvergessliche Erinnerungen entstanden. Zum Beispiel unser erstes Abendessen in London. Auf der Suche nach einem bezahlbaren Mahl sind wir in „Chinatown“ gelandet. Ich hatte gelesen, dass es hier kleine und gute Läden geben würde, die nicht danach aussahen. Wir haben wohl den erwischt, der genauso aussah, wie das Essen schmeckte. FÜRCHTERLICH! Aber wir wollten auch nicht nur bei den bekannten Restaurantketten essen gehen. Ein Griff ins Klo, welchen mir Julia immer noch als Argument um die Ohren haut, wenn wir vor einem ähnlichen Laden stehen. Recht hat sie! Mittlerweile können wir drüber lachen und chinesisches Essen wieder genießen.

In London haben wir uns auch die Frage gestellt, was wir als Andenken an diese Reise mitnehmen. Tassen und Becher hatten wir genügend, außerdem wäre das auf Dauer doch sehr sperrig in der Küche geworden und die Gefahr, dass etwas unterwegs kaputt geht, war immer gegeben. Kühlschrankmagneten finde ich doof, zumal wir beide keinen freistehenden Kühlschrank hatten (damals haben wir noch in getrennten Wohnungen gelebt). Irgendwie sind wir auf Gummienten gekommen. Sie standen im Regal, sahen lustig aus und ich hatte bereits ein paar Enten im Regal stehen. Das Schicksal nahm ein weiteres Mal seinen Lauf und legte einen Grundstein für etwas Großes…

Das Beste an London war jedoch: Wir haben unsere Art des Reisens entdeckt, es war uns nur noch nicht ganz bewusst. Unterwegs haben wir gemerkt, dass wir die Orte gerne erlaufen und selbst erleben möchten. Dabei sind auch ziemlich viele Bilder entstanden – noch eine Gemeinsamkeit. So können wir uns später (so wie beim Schreiben dieses Artikels) an die Reise erinnern. Außerdem haben wir beide gemerkt, dass wir gerne fremdländische Küche ausprobieren möchten, auch wenn britisches Essen eher gemäßigt fremdländisch ist. Kurzum: Wir waren reise- und urlaubskompatibel!

Aktivitäten

Damals haben wir noch keine Videos gemacht oder Beiträge geschrieben, die  Idee dazu kam erst drei Jahre später. Darum kann ich hier kaum noch alles ganz genau ausführen. Wir waren auf jeden Fall viel auf den Beinen. Das Fußproblem bzw. das Problem mit dem falschen Schuhwerk tauchte das erste Mal auf (und begleitet uns manchmal noch bis heute).

Wir haben den London-Pass so richtig ausgenutzt und sind in alles rein, was uns wichtig oder sehenswert erschien. Das meiste hat sich auch wirklich gelohnt. Hervorheben würde ich auf jeden Fall die London Bridge Experience, eine gruselige Führung durch die Geschichte der London Bridge. Die Führung gehört(e) allerdings nicht zum Lesitungsumfang des London-Passes.

Das „Museum of Brands“ haben wir an seiner alten Adresse besucht. Damals noch sehr klein und völlig vollgestopft, ist das Museum nun umgezogen und hat wohl an Platz mächtig zugelegt. Bei uns sah es aus, als hätte Opa Herbert seine Schränke ausgemistet und es sind Dosen von 1965 zum Vorschein gekommen. Wie das neue Museum ist, wissen wir nicht. Damals ein Geheimtipp und auch nicht teuer.
Und natürlich die Führung durch die Royal Albert Hall. Die war der Kracher. Das lag vor allem an unserem Führer. Der schien seinen Tee morgens etwas aufzuwerten mit alkoholischen Substanzen, brachte aber alle mit seinem britischen Charme zum Lachen. Kleine Seitenhiebe auf royale Körperteile (Royal Arses) inbegriffen. Können wir euch nur ans Herz legen, in der Hoffnung ihr habt den gleichen Guide.

Einen Abend haben wir einen Pub mit Live-Musik aufgesucht. Solche Möglichkeiten gibt es viele in London, man muss nur rechtzeitig da sein, da die Pubs oft klein und an solchen Abenden je nach Künstler rappelvoll sind. Lohnt sich aber, jedenfalls wenn man einen guten Musiker erwischt!

Shoppen waren wir natürlich auch. Ich habe mir per Zufall einen Anzug gekauft, der war runtergesetzt. Beim Stöbern hielt Julia mir den Anzug hin und sagte: „Probier den mal bitte an, ich habe dich noch nie in einem Anzug gesehen“. Er passte perfekt. Viele britische Pfunde leichter, dafür um einen Anzug reicher, verließen wir den Laden. Ich habe ihn übrigens immer noch – leider passe ich nicht mehr so gut zu ihm, da bei mir jetzt ein paar Pfunde dazu gekommen sind…

Unser Fazit

London ist toll. Wer Abwechslung mag und braucht, ist hier genau richtig. Für Naturerlebnisse solltet ihr woanders hinfahren. Die Parks sind zwar groß und ruhig, bestehen aber im Wesentlichen nur aus Wiesen und (geteerten) Wegen. Aber dafür reist man ja auch nicht nach London.

Ansonsten kann man in London alles machen, was einem einfällt und noch vieles, vieles mehr. Ich denke die Tatsache, dass wir mittlerweile dreimal dort waren und auch nochmal hin möchten, spricht für sich. Mal sehen wie die Einreise wird, wenn die Briten komplett aus der EU ausgetreten sind. Das erfahrt ihr dann wohl in: „London Teil 4 – eine ferne Zukunft“.

Achja, bevor ich es vergesse: Wir haben Bobby mitgebracht, der quasi den Anfang unserer Gummienten-Sammel-Sucht bildet. Ein besonderer Dank gilt natürlich meinen Eltern und Julia. Euer Geschenk hat vieles positiv beeinflusst. Danke dafür!

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