Datum: 2. Februar 2020

Lesezeit:  6 Minuten

Autor: Thomas

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Pauschalreisen und andere Katastrophen

Reisebericht

Nach unserer London-Reise im Jahr 2014 wurde es über zwei Jahre ganz schön turbulent bei uns: Julia und ich sind zusammen in unsere erste gemeinsame Wohnung gezogen, Julia hat ihre Ausbildung beendet, ich habe meinen Job gewechselt, es folgte noch ein Umzug, es wurden zwei Autos angeschafft und letztlich haben wir im September 2016 auch noch geheiratet. Wie man es sich gut vorstellen kann, blieb da nicht allzu viel Geld oder Zeit für ausgedehnte Reisen übrig. Klagen auf allerhöchstem Niveau, wissen wir. Trotzdem konnten wir nicht zuhause bleiben und entschieden uns für zwei Pauschalreisen.

Die Landebahn des Grauens auf Rhodos

Mitte 2015 waren wir beide mehr als urlaubsreif. Als Belohnung für Julias abgeschlossene Ausbildung wollten wir es uns auf Rhodos 10 Tage gut gehen lassen. Nichts hören, nichts sehen, faulenzen und Seele baumeln lassen. Was macht man da, wenn das Budget klein ist? Na klar, Pauschalreise über ein Vergleichsportal mit einem günstigen Reiseveranstalter buchen. Nicht nachdenken, nicht kümmern, einfach buchen.

Hotel ausgesucht, gebucht, Urlaub eingereicht und ein paar Wochen später saßen wir im Flieger. Was wir da noch nicht wussten: Einer unserer Koffer leider nicht. Das wurde erst nach der Landung klar, als einige Personen genauswie wir mit leeren Händen am Gepäckband standen und das einfach aufhörte, sich zu drehen. Merkwürdig war, dass mein Koffer da war, Julias aber nicht, obwohl wir beide gleichzeitig abgegeben hatten. Was soll man machen? Verlust noch direkt am Flughafen gemeldet und ab ins Hotel, Laune nicht verderben lassen.

Im Hotel haben wir dann schnell mit einem Vertreter des Reiseveranstalters gesprochen. Der sagte uns, wir sollen den Verlust bei der Fluggesellschaft sofort melden und uns das, was wir benötigen, vor Ort kaufen und die Belege einreichen. Die ersten vier Tage bestanden also daraus, dass wir jeden Morgen zur Rezeption gewatschelt sind, um die Ankunft des Koffers zu erfragen. Dabei hatte Julia mal meine Klamotten und mal Klamotten aus dem Hotelshop an (die, wie jeder weiß, auch nicht gerade das Gelbe vom Ei sind).

An Tag fünf (die Hälfte der Reise war also schon rum!) war es endlich soweit: Der Koffer stand an der Rezeption und wartete auf uns. Endlich war alles vollzählig, der Urlaub konnte nun auch für Julia und die 10 mitgereisten und kurzzeitig verschollenen Bücher beginnen.

Hierbei sei angemerkt, dass wir auf Rhodos kaum mehr als die Hotelanlage unseres oder des Nachbarhotels gesehen haben. Unser Hotel lag weit ab vom Schuss und verfügte über einen Strand, mehrere Pools, mehrere Restaurants und Bars, typisch All-Inclusive eben. Der Tag bestand aus planschen, Ball spielen, lesen, Musik hören, Sonnen, Essen, Trinken und dem abendlichen Animationsprogramm des Hotels. 

Am letzten Tag erreichte uns dann die Nachricht, dass Regen einen Teil der Startbahn unterspült hatte und dass einige Flieger nicht starten können. Welche genau das waren, konnte unser Reiseveranstalter nicht sagen. Spoiler: UNSERER! Der Transfer vom Hotel zum Flughafen fand trotzdem statt.

Am Flughafen wurden wir aus dem Bus geleitet, dann sagte man uns, wir sollen unser Gepäck aufgeben, danach bekommen wir weitere Informationen. Nun ja… fünf oder mehr Stunden später wurden wir mit ca. 500 anderen gestrandeten Personen in ein Hotel in der Stadt gebracht. Dort gab es etwas zu essen.

Um 3:00 Uhr morgens sollte es dann mit einem Bus zurück zum Flugahfen gehen. Flieger startet um 6:00 Uhr, so der Plan zumindest. Schlafen in einer Lobby mit hundert anderen Personen ist nicht erholsam, zumal eigentlich alle halbwegs bequemen Plätze belegt waren. Unfreiwillig haben wir also Rhodos-Stadt in der Nacht erkundet.

Der Bus fuhr uns dann tatsächlich wie geplant um 03:00 Uhr zum Flughafen, dort ging dann alles ganz reibungslos weiter: Rein in den Flieger, ab nach Hause, den Aufpreis des Parkhauses bezahlt und um 15:00 Uhr waren wir völlig fertig Zuhause, einen Tag später als geplant. Am nächsten Tag ging die Arbeit wieder los.

Der Ärger ging dann leider noch weiter. Wir hatten sorgfältig alle Belege für Kleidung und Artikel des täglichen Bedarfs gesammelt, die Julia sich im Hotel kaufen musste. Allerdings war das eine krasse Fehlinformation unseres Veranstalters: Durch die Verlustmeldung des Koffers direkt bei der Fluggesellschaft durch uns selbst waren wir nun auch in der Pflicht, die weitere Abwicklung mit der Airline zu übernehmen, der Reiseveranstalter war raus und kümmerte sich nicht.

Kurzfassung: Wir haben fast alles selbst bezahlen müssen, weil es bei Gepäckverlust nur einen geringen Tagessatz als Ausgleich und nur eine Prozentuale Erstattung von Gebrauchsgegenständen gibt. Wussen wir nicht – leider kannten wir solche Portale wie „Flightright“ noch nicht.

Eine Lehre haben wir dann daraus gezogen: Wenn sich schon keiner kümmert, dann soll auch wenigstens keiner von uns dafür bezahlt werden. Seit diesem Vorfall buchen wir Hotels und Flüge immer selbst direkt bei der Airline oder über Booking.com und wurden bisher nicht enttäuscht. Man muss es also von der positiven Seite sehen.

Rückblickend war ja auch nicht alles schlecht, leider hat diese Art von Urlaub eine riesige Schwäche: Am Pool liegen, gutes Essen und Trinken bleiben nicht dauerhaft im Gedächtnis, die negativen Aspekte aber schon. Letztlich können wir nicht sagen: Der Flug war blöd, aber dies, das und jenes macht das alles wieder gut. Es fehlten die positiven Highlights und das sind wir selber Schuld. Pauschalreise eben.

Eine positive Sache gibt es aber trotzdem: Familienerweiterung mit der Donkey-Duck!

Unsere Hochzeitsreise nach Fuerteventura

Ende September 2016 haben wir in großer Runde geheiratet. Die Zeit davor war richtig trubelig: Neuer Job für mich, Umzug in Richtung neue Firma, erstes Jahr richtig im Job für Julia, Hochzeitsvorbereitungen, Hochzeit. Das alles war schön, aber natürlich auch anstrengend, wenngleich ich mich nicht beschweren kann, ein Brautmonster gehabt zu haben. Gefeiert haben wir mit rund 90 Leuten bestehend aus Familie, Freunden und Kollegen im alten Ratskeller in Dormagen-Zons. Richtig schöne Location, richtig schöne Feier!

Die Hochzeitsreise sollte dafür ein wenig ruhiger und erholsamer werden. Zunächst war der Plan, am Tag nach der Hochzeit direkt vom Hotel zum Flughafen zu fahren und dort einfach Last-Minute einen Flieger zu betreten, der sofort irgendwohin geht. Ein paar Tage vorher waren wir dann wegen Nervosität doch am Flughafen und fragten, ob das überhaupt noch so funktionieren würde. Die Mitarbeiter hinter den Schaltern meinten alle, dass das keine gute Idee sei – vielleicht, weil sie nur mal schnell etwas verkaufen wollten, trotzdem hatten wir ein mulmiges Gefühl. Also ab nach Hause und an den Rechner.

Insel, warm, aber nicht heiß, Hotel mit Pool, kleine Stadt drum herum, Ausflugsziele in der Nähe. Nochmal so einen abgeschiedenen Ort wie auf Rhodos wollten wir nicht. Das Budget war, natürlich, etwas eingeschränkt. Die Wahl fiel auf Fuerteventura, ein Hotel direkt an der Costa Calma. Ein paar Ausflugsziele waren drumherum, Mietwagen wäre auch nicht so teuer gewesen, Urlaub gerettet.

Auf Fuerteventura können wir tatsächlich auch mit gutem Gewissen zurückblicken. Auch wenn uns zu Anfang eine kleine Erkältung erwischt hat (klar, nachdem man die ganze Zeit nonstop unter Strom stand). Wir haben dann einfach viel gefaulenzt, um uns zu erholen: Julia hat einige Bücher verschlungen, wir haben das Meer unsicher gemacht (naja, einer von uns! Mehr oder „meer“ dazu im Bericht von Benidorm, der bald kommt) und wir haben es uns gut gehen lassen.

Anders als auf Rhodos haben wir nämlich auch einiges unternommen. Wir sind mit dem Bus nach Morro Jable gefahren und von dort aus an der Küste zurückgelaufen, wir haben die Costa Calma und Umgebung erforscht (so viel gibt es da zwar nicht, aber wir haben das Hotel fast täglich verlassen) und wir waren im Oasis Park.

Den können wir euch übrigens nur empfehlen, vor allem die Lemuren haben es uns angetan! Julia hat das erste Mal Elefanten gesehen und wir haben die Giraffen gefüttert, die übrigens eine erstaunlich lange blaue Zunge haben. Die Tiere in dem Park und besonders die Lemuren sind übrigens allesamt nicht extra gefangen worden, sondern kommen von Menschen, die sie illegal als Haustiere gehalten haben. Die Tiere sind in der freien Wildbahn leider nicht mehr lebensfähig, hier können sie mit Artgenossen zusammenleben und müssen nicht Männchen machen, wenn einer pfeift, sondern haben ihre Ruhe. Übrigens: Wer Kakteen mag, kommt ebenfalls auf seine Kosten.

Das alles klingt vielleicht nicht besonders spektakulär, aber wir denken gerne daran zurück, vor allem, weil es einfach genau das richtige nach dem trubeligen Jahr war. Ein paar lustige Fotos haben wir auch noch gemacht! Ihr merkt, die Aktivitäten steigen und die Erinnerungen an die Reise werden merklich „haltbarer“.

Die nächste Reise sollte dann den endgültigen Wechsel in unserem Reisestil bewirken, es werden sogar erste Ansätze für einen Reiseblog geboren. Weit ist es nicht mehr, bald geht es ins Jahr 2017 und damit zur großen Iberia-Rundreise… Bis zum nächsten Mal!

PS: Auf Fuerteventura haben wir lange gesucht, aber wir sind in Morro Jable fündig geworden: His und Hers, unsere beiden Fuerteventurianer, die ihre Namen praktischerweise direkt auf der Brust tragen.

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