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Unser Reisetagebuch: Tag 2 in Lissabon
Vom Torre de Belém und Amphibienfahrzeugen

Schon kurz nach dem Aufstehen merke ich: Das Auf und Ab in der Stadt sorgt für Muskelkater an Stellen, von denen ich nicht mal wusste, dass ich dort Muskeln habe. Wir einigen uns darauf, das als gutes Training zu akzeptieren, und machen uns frühstücksfein. Gegessen wird in unserer Unterkunft in einer kleinen Küche, die ungefähr 10 Sitzplätze bietet und alle Annehmlichkeiten eines guten Frühstücks aufweist – außer guten Kaffee. Der Filterkaffee schmeckt unfassbar schokoladig, auch der aus dem Automaten ist leider nicht besser. Dafür gibt es eine riesige Auswahl an Tee und Säften, sodass ich trotzdem nicht dursten muss.

 

Neben unseren Frühstückstellern liegen der obligatorische Reiseführer und eine Karte der Stadt. Womit wollen wir bloß anfangen? Es gibt unfassbar viel zu sehen, obwohl wir gestern schon gemerkt haben, dass in Lissabon definitiv auch der Weg zum Ziel gehört. Die Architektur ist so schön, dass wir uns gar nicht daran sattsehen können. Das Wetter macht es uns zusätzlich leicht: angenehme 28 Grad, keine Wolke am Himmel. Perfekt!

Vom Planen und über den Haufen werfen

Wir entscheiden uns, dass wir zuerst Richtung Martim Moniz gehen und von dort aus eine Fahrt mit der berühmten Tram 28E starten. Es ist noch früh am morgen und unter der Woche und wir hoffen darauf, das nicht viele Touristen vor uns sind. Rucksack packen, Sonnenbrillen auf und los geht’s.

 

Schon alleine der Weg dahin ist mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten gespickt, die kein Reiseführer auflistet: Kleine, schmale Gassen mit winzigen Geschäften, Gebäude, die aussehen wie kurz vorm Einstürzen und trotzdem noch bewohnt sind, farbenprächtige Fassaden, die schon in der Morgensonne leuchten. Alles ist so bunt und strahlend und sauber, was ein total krasser Gegensatz zur Architektur ist. Später erfahren wir, dass wir uns in einem Teil der Stadt befinden, der beim großen Erdbeben von 1755 zerstört und danach wieder neu aufgebaut wurde, deshalb ist so viel Architektur aus dem 18. Jahrhundert erhalten geblieben.

 

Martim Moniz erreichen wir schnell. Es ist der Knotenpunkt für alle oberirdisch fahrenden Trams – und schon jetzt um neun Uhr morgens total überfüllt. An den Tramhaltestellen tummeln sich so viele Menschen, dass mehrere Bahnsteige gleichzeitig für die 28E belegt sind. Schon jetzt ist der ganze Platz von der Sonne erhellt, es gibt kaum Schatten und die Schlange bewegt sich nur langsam vorwärts, obwohl alle 11 Minuten eine Tram fährt. Wollen wir wirklich den halben Tag mit Warten verbringen?

Spontaneität zahlt sich aus

Thomas und ich sehen uns an. Nein, wollen wir nicht, da sind wir uns sehr schnell einig. Die Tram können wir auch noch an einem anderen Tag nehmen, vielleicht kommen wir dann einfach noch früher. Also schauen wir schnell bei Google Maps nach, wie wir zu unserer zweiten Station kommen und ziehen los. Unterwegs bleibt uns immer mal wieder der Mund offen stehen, weil wir durch einen Seitenblick in eine Gasse wieder irgendetwas Spektakuläres sehen, was uns nachhaltig beeindruckt.

 

Unser Ziel sehen wir schon von weitem: Der Lissabon Duck Store. Wer uns kennt, weiß, dass wir von jedem Reiseziel, das wir besuchen, eine Gummiente mitbringen. Manchmal ist es so schwierig, dass wir uns wünschen, stattdessen Kaffeebecher zu sammeln, aber irgendwie kriegen wir immer irgendwoher eine Ente. Hier beeilen wir uns, denn es sind sooo unfassbar viele Enten, die wir mitnehmen wollen. Wusstet ihr zum Beispiel, dass es alle Marvel Figuren als Gummienten gibt? Schatz, Thor mit Hammer ist doch sooo…

 

Okay, ich nehme eine pinke Einhorn-Gummiente und wir verlassen den Laden. Sicher ist besser.

Eine Bahnfahrt, eine Bahnfahrt

Jetzt geht’s aber wirklich nach Belem. Wir laufen runter bis zum Cais do Sodre, dabei kommen wir an dem schnieken (und nahezu unbezahlbaren) Hotel von Cristiano Ronaldo vorbei. Es passt überraschend gut in die Umgebung, aber man sieht sofort, dass es sich um ein Luxushotel handelt. Eine Nacht im Pestana CR7 kostet je nach Zimmer bis zu 1.130,00 Euro – ganz schön stolzer Preis, ob man dafür wohl wenigstens mit Ronaldo frühstücken kann?

 

Darüber philosophieren wir nicht lange, sondern steigen lieber in die Tram 15E Richtung Belém ein und schauen zu, wie sie die 6,5 Kilometer bis dahin im Eiltempo zurücklegt. Es ist warm und voll und weil wir noch durch die Parkanlage am Kloster Mosteiro dos Jeronimos laufen wollen, steigen wir schon am Placa Afonso de Albuquerque aus. Übrigens: Mit unserem Lisboa Ticket können wir sowohl die historischen Trams, als auch oberirdische Bahnen und Busse nutzen. Hat sich für uns aber nicht gelohnt.

 

In der Parkanlage ist es schön ruhig und kühl und wir bleiben einen Moment im Gras sitzen, um etwas zu Trinken und weiter zu planen. Mittlerweile ist es später Vormittag und obwohl es nicht knalleheiß ist, brennt die Sonne vom Himmel.

Am Wasser entlang

Den restlichen Weg vom Torre de Belém gehen wir am Tejo entlang. Die Strecke lohnt sich: Man sieht nicht nur die Ponte 25 de Abril, die so aussieht wie die bekannte Brücke in San Francisco, sondern auch verschiedene Museen und Cafés, tolle Graffitis, lustige Food Trucks und natürlich die Marina de Belém, den Yachthafen. Es wird ganz schnell klar, dass die Superreichen überhaupt kein Geldproblem haben. Wir kennen uns mit Booten nicht aus, aber wenn man mehr als 10 Leute sieht, die eins putzen, dann muss es wohl teuer sein, oder?

 

Nach der Marina kommen wir zum Seefahrerdenkmal Padrao dos Descrobimientos, es wurde Heinrich dem Seefahrer gewidmet und wurde 500 Jahre nach dessen Tod errichtet. Kleiner Exkurs: Heinrich der Seefahrer war im 15. Jahrhundert Auftraggeber der portugiesischen Entdeckungsreisen und begründete damit die See- und Kolonialmacht Portugals. Wer schwindelfrei ist, kann sogar ins Denkmal hinein und dann oben auf die Plattform, das ist allerdings kostenpflichtig. Wir bleiben lieber auf festem Boden und schauen uns die Windrose auf dem Boden an, die eine nicht ganz vollständige Weltkarte mit den Routen der portugiesischen Entdecker aus dem 15. und 16. Jahrhundert zeigt.

Jetzt aber: Der Torre de Belém

Der Torre de Belém ist Besuchermagnet Nummer eins, das sieht man auf einen Blick. Auf riesengroßen Parkplätzen halten immer wieder Busse, aus denen ganze Menschentrauben aussteigen und zum Wahrzeichen strömen. Wer seinen Selfiestick vergessen hat, kann sich hier problemlos bei zahlreichen Händlern einen besorgen, auch Hüte, Sonnenschirme und Fächer werden feilgeboten. Was man eben für einen typischen Touri-Tag so braucht.

 

Wir kaufen nichts und gehen auch nicht in den Torre de Belém hinein, sondern bestaunen ihn von außen von allen Seiten. Unglaublich, dass dieses Bauwerk bereits seit 1521 dort steht. Es hat das große Erdbeben von 1755 überstanden, anders als sein Zwillingsbruder auf der anderen Seite des Tejos. Seine Karriere im Schnelldurchlauf: Er wurde als Leuchtturm gebaut, diente später zusammen mit dem gleichartigen Turm auf der andere Seite aber auch als Geschützturm, später als Waffenlager und auch als Gefängnis.

 

Fun Fact: Einer der Guides hat erzählt, dass eine Frau versehentlich über Nacht im Torre de Belém vergessen wurde und dann da geschlafen hat. Anschließend hat sie versucht, die Stadt Lissabon auf Schadensersatz zu verklagen. Hat nicht geklappt. Wahre Geschichte? Wissen wir nicht, aber wenn sie wahr ist, war die Frau bestimmt Amerikanerin.

Was sonst noch so passiert ist

Gegen Nachmittag entscheiden wir uns, eine kleine geführte Sightseeing-Tour zu machen. Am nicht weit entfernten Doca Alcantara bekommen wir Tickets für die 16 Uhr Fahrt mit HIPPOtrip, ein Sightseeing-Trip der besonderen Art. Die Tour findet sowohl an Land als auch auf dem Wasser Stadt und zeigt einmal die wichtigsten Ecken der Stadt. Wir lassen uns überraschen und haben auch ein bisschen Schiss, dass es eher was für Kinder ist, aber schon beim Start zeigen Felipe und Ivo uns das Gegenteil.

 

Mit „Lola“ geht es dann auf durch die Stadt, die Tour ist ausgebucht. Ivo erzählt auf Englisch und Portugiesisch etwas über die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt und kombiniert das alles mit sehr viel Charme und Witz, sodass wir wirklich Spaß haben. Felipe, der später zum Captain ernannt wird, steuert den Wagen zuerst sicher durch die engen Straßen und anschließend auch durch das Wasser des Tejos. Es lohnt sich schon alleine deshalb, weil man vom Wasser aus einen ganz einmaligen Blick auf die Stadt genießen kann!

 

Nach der Tour, die rund neunzig Minuten dauert, fahren wir mit dem Taxi zurück ins Hotel, ziehen uns um und machen uns dann auf die Suche nach Futter für den Abend. Die Auswahl an Restaurants ist riesig, wir entscheiden uns spontan für die Champanheria do Largo bei uns um die Ecke, die aus Weingläsern eine Wand hinter der Bar aufgetürmt hat, was einfach nur toll aussieht.

Die Karte ist nicht groß, trotzdem finden wir auf Anhieb etwas, das uns zusagt: Nach dem Couvert gibt es für mich einen Salat mit Blätterteigtaschen aus Feige und Walnuss und für Thomas einen mit Entenbrust. Es war absolut köstlich! Der Cappuccino und der Kuchen zum Nachtisch versöhnen mich sogar damit, dass es keinen richtigen Kaffee zum Frühstück gab.

 

Es ist spät, als wir zurück ins Hotel kommen, alles ist schon dunkel. Leicht beschwipst dank des leckeren Portweins stolpern wir in unser Zimmer, das immer noch angenehm kühl ist. Eigentlich wollen wir noch auf die Dachterrasse, aber kaum das mein Hintern das Bett berührt, schlafe ich auch schon ein.

 

Und jetzt du: Geführte Sightseeing-Touren in Großstädten – ja oder nein, was meinst du?

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