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Unser Reisetagebuch: Tag 3 in Lissabon
Ein Tag wie im Märchen

Der Muskelkater, der gestern noch ein kleines Kätzchen gewesen ist, ist heute ein ausgewachsener, fauler Kater. Meine Beine tun weh, mein Hintern schmerzt bei jedem Schritt und ich nehme mir zum x-ten Mal vor, mich zukünftig im Alltag mehr zu bewegen, damit sowas nicht wieder passiert. Beim sehr frühen Frühstück planen wir unsere Route bis Sintra und beschließen, uns dort überraschen zu lassen. Das Spannendste, was uns bis ca. acht Uhr morgens passiert, ist ein Typ, der mit dem Toaster fast das Hotel abfackelt, weil er statt einer Toastscheibe ein Stück Kuchen reingesteckt hat, die offenbar nicht wieder hoch kam. Nachdem der Rauchmelder einmal das halbe Hotel geweckt hat, wird der Qualm mit Ventilatoren nach draußen befördert und der Toaster ersetzt. Das alles passiert so routiniert, dass ich mich frage, wie viele Toaster auf diesem Wege schon zu Grabe getragen wurden.

 

Nach dem Frühstück schlüpfen wir in unsere Schuhe, schultern den Rucksack und machen uns auf den Weg zum Bahnhof Rossio, von wo aus der Zug alle zwanzig Minuten nach Sintra fährt. Die Strecke ist mit der Lisboa Card nicht abgedeckt, sodass wir uns am Automaten ein neues Ticket kaufen müssen. Weil wir absolut nicht durchblicken und scheinbar auch ziemlich hilflos ausschauen, hilft uns ein älterer Portugiese, mit dem wir uns – mal wieder – mit Händen und Füßen verständigen. Wahrscheinlich wäre es doch sinnvoll gewesen, wenn zumindest einer von uns vorher Portugiesisch gelernt hätte.

Eine Reise durch die Zeit

Die Zugfahrt nach Sintra dauert etwa 40 Minuten. Je weiter man von der Stadt Richtung Land fährt, desto rauer wird die Umgebung, trotzdem gibt es nur ganz wenige Flecken, die nicht bewohnt sind. Lissabon hat ein Platzproblem, das sieht man auch am Flughafen: Die Stadt wächst immer näher an ihn heran, weil es dort die einzig noch verfügbaren Flächen gibt, denn auf der anderen Seite ist der Tejo.

 

Am Bahnhof angekommen, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder direkt los und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten bestaunen oder zunächst in die malerische Altstadt gehen und frühstücken. Wir haben uns entschieden, direkt in Richtung Castelo dos Mouros zu gehen. Es gibt mehrere Möglichkeiten, um vom Bahnhof nach oben zu kommen: Einer der zahlreichen Touristenbusse, eine Direktfahrt mit Tuk Tuk, Moped oder Taxi oder man geht zu Fuß. Laut Google Maps ist die Strecke knapp zwei Kilometer lang, also haben wir (die wir sonst sehr viel Zeit auf dem Sofa verbracht haben und nicht unbedingt sportlich sind) den Aufstieg zu Fuß in Angriff genommen.

 

Dafür muss man wissen: Man geht die ganze Zeit über nur steil bergauf, teilweise auf festen Wegen, auf Straßen und auf Schotter. Es ist anstrengend und warm, aber wirklich wunderschön und ein einmaliges Erlebnis.

Ohne Plan nix los

Wir haben uns über Google Maps lotsen lassen, denn die Beschilderung war alles andere als üppig. Es geht zunächst durch die Stadt, anschließend durch ein gutes Stück Wald und dann ist man auch schon auf der direkten Strecke, die nur zum Schloss führt. Mehrmals unterwegs kann man wählen, ob man nicht doch zuerst zum Palacio Nacional da Pena gehen möchte, aber wir hatten uns das strategisch schon ganz richtig ausgesucht.

 

Wir erreichten das Schloss ungefähr gegen 10 Uhr morgens und hatten das Glück, am Anfang das ganze Gelände quasi für uns zu haben. Nachdem wir uns am Eingang für das Kombi-Ticket mit dem Palacio Nacional da Pena entschieden haben (lohnt sich wirklich!), konnten wir hineingehen und uns relativ frei umsehen. Es waren noch nicht viele Menschen da, wir konnten herumlaufen und wirklich einzigartige Fotos schießen.

 

Der höchste Punkt des Castelo dos Mouros bietet einen so einzigartigen Ausblick, dass man wirklich einen Moment innehalten sollte. Eigentlich hab ich Höhenangst, trotzdem habe ich mich an den Aufstieg gemacht, obwohl der nicht wirklich sonderlich gesichert war – kein Geländer, keine besonders hohe Mauer, einfach nur die Treppe, der pfeifende Wind und die Kamera in der Hand. Ein unbeschreiblich tolles Gefühl.

Von A nach B

Rund drei Stunden später machen wir uns auf den Weg zum Palacio Nacional da Pena. Das Schloss liegt auf einem zweiten Hügel, der ungefähr anderthalb Kilometer entfernt ist. Auch hier kann man wieder entscheiden, ob man den weg nicht lieber mit dem Bus zurücklegen möchte, wir haben uns jedoch noch mal dazu entschieden, zu Fuß zu gehen. Es geht die meiste Zeit durch den Wald an schönen, klippenartigen Wegen entlang. Das Wetter war herrlich, alles ist um diese Zeit grün, sodass man wirklich eine einzigartige Kulisse für tolle Fotos vorfindet. Kein Wunder, dass wir ein bisschen getrödelt und uns alles angesehen haben.

 

Der Palacio Nacional da Pena beeindruckt schon von weitem durch seine kräftigen Farben. Es wurde 1840 auf den Ruinen eines Klosters errichtet und diente den portugiesischen Königen seither als Sommerresidenz. Seit 1995 gehört das Schloss zum UNESCO Weltkulturerbe und wird der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Um die Mittagszeit war es hier natürlich schon um einiges voller, dennoch nicht so, dass man sich gegenseitig auf den Füßen stand. Man kann den größten Teil des Palastgeländes auf eigene Faust entdecken, nur die Ausstellung drinnen ist geführt. Wir haben sie mitgemacht und einige wirklich interessante Stücke gesehen, insgesamt hat es uns draußen aber viel besser gefallen.

Ein Garten für Könige

Gegen Nachmittag kaufen wir uns im Kiosk auf dem Gelände ein Eis und etwas zu trinken, dann geht es an den Abstieg, obwohl es noch so viel zu sehen gäbe. Diese beiden Schlösser kann man gut an einem Tag schaffen, wenn man aber alles sehen will, sollte man mindestens zwei weitere Tage in Sintra bleiben. Beim nächsten Mal planen wir auf jeden Fall eine Übernachtung in den kleinen Hotels ein.

 

Auf dem Weg nach unten geht man durch die rund 85 Hektar großen Schlosspark, auch den Farngarten von Königin Maria II. haben wir besucht. Die Anlage zeichnet sich durch eine große Vielfalt in der Fauna aus, tasmanische Baumfarne und kalifornische Mammutbäume stehen neben einheimischen Kiefern und Eichen. Alles ist bunt und blüht, es ist immer wieder ein Bild für die Götter.

 

Sobald man die Gärten hinter sich gelassen hat, landet man in den Wäldern, die das Schloss mit Sintra verbinden. Es gibt einen steilen Trampelpfad, außer uns ist kaum jemand auf dem Fußweg unterwegs. Der Wald ist ruhig, man hört immer wieder Vögel singen und irgendwo raschelt es auch – eine fast märchenhafte Stimmung. Der Abstieg geht natürlich wesentlich schneller als der Weg nach oben, sodass uns noch etwas Zeit bleibt, durch die Altstadt zu bummeln. Gegen 17 Uhr steigen wir in den Zug zurück nach Rossio.

Abendessen der Extraklasse

Kein Wunder, dass wir nach diesem Tag völlig ausgehungert sind. Auf der Suche nach Nahrung gehen wir nach einem Abstecher ins Hotel wieder zum Bahnhof Rossio. Dahinter befindet sich ein Platz mit Restaurants, auf der kleinen improvisierten Bühne spielt jemand Musik. Wir bleiben einen Moment, dann ist der Hunger größer. Unser absoluter Geheimtipp: Treppen hoch, dann ganz lange geradeaus bis man zum Restaurant Oficina do Duque kommt. Hier kann man draußen windgeschützt und bequem sitzen, die Kellner sind unfassbar nett und das Essen war der Hammer. Spanferkel zum Hauptgang, gesalzene Schokomousse zum Nachtisch – ein Träumchen.

 

Zum krönenden Abschluss des Abends besorgen wir uns am unteren Ende der Treppe bei Ginjinha do Carmo noch einen Ginjinha, das ist ein Kirschlikör, der traditionell aus der Schokowaffel getrunken wird. Hier wird einmal gratis nachgefüllt, wenn man die Waffel beim ersten Mal nicht mitgegessen hat. Nach dem zweiten bin ich ziemlich beschwippst. Saúde!

Und jetzt du: Warst du schon mal in Sintra? Hast du es geschafft, dir alles anzugucken? Auch die tollen Ecken, die noch weiter entfernt sind und nur mit dem Mietwagen zu erreichen sind? Steht bei uns auf jeden Fall für’s nächste Mal auf dem Plan!

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