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Ein Ausflug nach Sintra:
Wie du eine Reise nach Lissabon perfekt machst

Je nach Weg muss man zwischen circa dreieinhalb und fünfeinhalb Kilometer bis ganz nach oben zurücklegen. Aufgrund der ganzen Gassen und Gabelungen, die teilweise ins Nichts führen, lohnt es sich, einen digitalen Routenplaner wie Google Maps dazu zu nehmen, sonst verirrt man sich recht schnell. Außerdem sollte man sich am Bahnhof dringend noch mal mit Wasser eindecken – auf dem Weg nach oben gibt’s nichts zu kaufen und auch wenn es erst mal nicht besonders warm erscheint, wird es richtig schnell richtig anstrengend.

 

Die ersten paar Meter legen wir flotten Schrittes zurück. Es ist steil, die schlimmsten Stellen kommen aber zum Glück ganz am Anfang. Der Weg nach oben ist eine Mischung aus breiten Straßen, die sogar von Autos befahren werden (aufpassen, die fahren ganz schön schnell!), mit Mulch bedeckten Waldwegen und engen Gassen aus Kopfsteinpflaster, über die hin und wieder Tuk Tuks und Motorräter holpern. Nur selten kommen wir an bewohnten Häusern vorbei, die meisten sehen allerdings schon ziemlich beeindruckend aus. Immer wieder bleiben wir stehen, genießen die wirklich fantastische Aussicht und trinken etwas. Obwohl es nur etwas mehr als 20 Grad sind, ist uns warm. Richtig warm.

 

Jetzt aber Tacheles: Was, wann, wo?

Sintra in nur einem Tag zu erkunden, klappt nicht. Wir haben uns damals auf die bekanntesten Sehenswürdigkeiten beschränkt und hätten vielleicht noch den Pena Park und den Palacio Nacional de Sintra dazu nehmen können, wenn wir uns ausgekannt hätten. Hätte, wenn, wäre – damit du das nicht auch hast, haben wir für dich die optimale Route durch Sintra zusammengestellt! Wer alles sehen will, braucht drei Tage, wer sich mit den Basics zufrieden gibt, kann Sintra als Tagesausflug von Lissabon aus erledigen.

Tag 1: In und um Sintra

Hier kommst du noch sehr gut mit der Bahn zurecht: Einfach zum Rossio in Lissabon gehen, am Ticket einen Hin- und Rückfahrschein für Sintra kaufen (am besten schon früh morgens vor 09:00 Uhr fahren!) und die rund vierzigminütige Fahrt genießen. Was du dabei nicht verpassen solltest?

Palacio Nacional da Pena

Der Palacio Nacional da Pena wurde 1840 im Auftrag von Ferdinand II. auf den Ruinen eines Klosters errichtet, das 1755 beim großen Erdbeben vollständig zerstört wurde. Den Wiederaufbau finanzierte der Gemahl von Königin Maria II. aus privaten Mitteln. Anschließend verbrachte die Königsfamilie regelmäßig ihre Sommer in Sintra. Das Schloss war Inspirationsquelle für einige große Künstler, beispielsweise für den Dichter Lord Byron, den Komponisten Richard Strauss oder Ludwig von Bayern, der daraufhin das Schloss Neuschwanstein bauen ließ.

Pena Park

Der Pena Park ist ein Areal von 200 Hektar Größe, das den Palacio Nacional da Pena umgibt. Wegen seiner romantischen Wege, der vielen Denkmäler und den gut erhaltenen Mauern bezeichnet man ihn auch oft als Märchenwald. Der höchste Punkt namens Cruz Alta ist rund 20 Minuten Fußweg vom Palacio Nacional da Pena entfernt und bietet einen fantastischen Ausblick über das ganze Gelände.

Castelo dos Mouros

Das Castelo dos Mouros wurde im 8. oder 9. Jahrhundert von den Mauren erbaut. Es erstreckt sich serpentinenförmig über zwei Bergspitzen des Sintragebirges und ist der Nachwelt in Form einer Burgruine erhalten geblieben. Im Jahr 1147 eroberte der portugiesische König Alfons I. die Burg von den Mauren und ließ dort eine christliche Kapelle errichten. Wegen fehlender Nutzung verfiel das Areal in den kommenden Jahren. Erst als Fernando II. es um 1840 herum kaufte und wieder herrichten ließ, wuchs das Interesse an der historischen Anlage wieder.

Palacio Nacional de Sintra

Der Palacio Nacional da Sintra ist ein ehemaliger Königspalast in der Stadt Sintra. Vom 14. bis zum 20. Jahrhundert gehörte er zur Sommerresidenz der königlichen Familie, danach wurde er in das UNESCO Weltkulturerbe von Portugal aufgenommen. Seither steht er der Öffentlichkeit für Besichtigungen und Kulturveranstaltungen zur Verfügung. Einige der Innenräume sind mit den berühmten Azulejos, den bemalten Keramikfliesen, ausgekleidet worden.

Tag 2: Mittendrin in Sintra

Wer nicht gerne Bahn fährt, kann von Lissabon aus auch mit dem Bus fahren. Von der Haltestelle Marques de Pombal fährt die Linie 035 aus bis nach Sintra Estacao, eine Fahrt kostet rund drei Euro und ist damit etwas günstiger als die Bahnfahrt. Die Ankunftsstelle ist dieselbe wie mit dem Zug.

Quinta da Regaleira

Das Quinta da Regaleira ist ein Anwesen in der Nähe des historischen Zentrums von Sintra. Es wurde von 1904 bis 1919 im italienischen Stil von dem italienischen Architekten Luigi Manini für António Augusto Carvalho Monteiro erbaut. Rund 15 Jahre dauerte derBau der gesamten Anlage inklusive eines umfangreichen Gartens – nur der größte Brunnen auf dem Gelände wurde nie fertiggestellt.

Palacio de Monserrate

Der Palacio de Monserrate ist eine Villa mitten in Sintra. 1789 pachtete Gerard de Visme das Land, das seit dem großen Erdbeben von 1755 in Trümmern lag. Er errichtete dort einen kleinen Palast im neogotischen Stil auf den Ruinen. 1793 übernahm William Beckford die Pacht und kümmerte sich vorrangig um die Anlage einer großen Gartenfläche auf dem Areal. Der Name „Monserrate“ geht auf das Jahr 1540 zurück, genauer gesagt auf einen Mönch, der dort eine Kapelle in Gedenken an die „Liebe Frau von Monserrate“ aus Barcelona errichten ließ.

Palacio de Seteais

Der Palacio de Seteais wurde zwischen 1783 und 1787 für den niederländischen Konsul Daniel Gildemeester vom Marquis de Pombal gebaut wurde. Zwischen 1801 und 1802 wurde der Palast um zwei Flügel erweitert, die Verbindung durch eine neoklassizistische Arche im Jahr 1802 durch den Architekten Francisco Leal Garcia war eines der bedeutendsten Bauwerke seiner Zeit. Heute sind Teile des Palastes als Luxushotel und Restaurant umgebaut worden, der Rest kann von Touristen besichtigt werden.

Villa Sassetti

Die Villa Sassetti ist in Sintra noch so etwas wie ein Geheimtipp, kaum ein Tourist verirrt sich noch hierher. Die romantische Parkanlage des Herrenhauses ist erst seit dem Jahr 2015 für die Öffentlichkeit geöffnet, das Haus selbst kann man (bisher) nur von außen besichtigen. Doch auch das ist schon eine Reise wert!

Tag 3: Klippen, Strand und Kloster

Für die Orte, die du am dritten Ort besuchen kannst, solltest du dir einen Mietwagen zulegen. Auch wenn das Autofahren in Lissabon nicht ganz einfach ist, lohnt es sich: Du stehst am westlichen Punkt des europäischen Festlandes, schaust auf eine malerische Felsanordnung an feinem Sandstrand und siehst eine Kapelle, die von einem Einsiedler gebaut wurde. Klingt gut, oder?

Convento dos Capuchos

Das Convento dos Capuchos, ursprünglich auch Konvent von Santa Cruz genannt, ist ein Kapuzinerkloster in Sintra. Es wurde 1560 von Alvaro de Castro gegründet, der Gründungsmythos ist jedoch unbekannt. Die Legende besagt, dass er sich bei der Jagd verlaufen und unter einem Stein zum Schlafen niedergelegt hat. In einer Vision sah er dann, dass er ein Kloster gründen sollte – also tat er es. Die Restaurierungsarbeiten an der Anlage laufen seit 1930, trotzdem ist es für die Öffentlichkeit zugänglich.

Santuario da Peninha

Die Kapelle aus dem 18. Jahrhundert wurde von einem Einsiedler gebaut, der sich dort niedergelassen hatte. In der Kanzel sind verschiedene Inschriften von Pilgern enthalten, und die Säulen und Wände sind durchgehend mit florentinischen Mosaiken verkleidet. Das Herrenhaus neben der Kapelle ist aus dem Jahr 1918 und imitiert eine kleine Burg.

Cabo da Roca

Die Cabo da Roca ist der westlichste Punkt des Festlands des europäischen Kontinents und befindet sich 140 Meter über dem Meeresspiegel. Die steilen Felswände sind Heimat der seltenen Wanderfalken und Turmfalken, außerdem sind sie mit der „Essbaren Mittagsblume“ bewachsen. Neben der fantastischen Aussicht gibt es dort einen Leuchtturm, eine kleine Bar (leider überteuert und auf Touristen ausgelegt) und einen Seefunksender. Wer möchte, kann sich seinen Besuch beim ansässigen Touristikbüro mit einer schön gestalteten Urkunde bestätigen lassen.

Praia da Adraga

Der Sandstrand der Praia de Adraga hat sich über die Jahre hinweg zu einem kleinen Touristen-Hotspot entwickelt. Die malerische Felsanordnung sowie die dadurch entstandenen Grotten und Tunnel locken jedes Jahr im Sommer Tagesausflügler an, die einen Nachmittag am Strand verbringen möchten. Wegen seiner hohen Wellen gibt es hier auch mehr und mehr Surfer, die den kleinen Strandabschnitt für sich beanspruchen.

Wieso eigentlich Märchenwald…?

Das Waldstück am Fuße der beiden Burgen ist wirklich beeindruckend. Die Bäume ragen so richtig schön hoch, das Blattwerk ist sattgrün und voll. Steht man einmal drin, sieht man nur noch grün. Die perfekte Kulisse für einen Märchenwald? Ja, absolut. Der Gesang der Vögel, hin und wieder mal Blätterrascheln, eine Bewegung im nahegelegenen Busch, das Geräusch von fließendem Wasser… eine herrliche Kulisse. Jetzt mögen viele sagen, dass man so etwas auch in den heimischen Wäldern finden kann – kann sein. Wir gehen nicht oft wandern, sodass das hier für mich ein absolutes Highlight ist. Alleine schon wie sich die Sonnenstrahlen brechen und kleine, helle Tupfer auf dem Boden hinterlassen. Hach!

 

Wir hatten das Glück, das offenbar niemand außer uns durch den Wald auf- oder absteigen wollte, sodass wir dieses riesige Areal fast für uns allein hatten. Über den kleinen Bach geht’s mit aus Paletten gebauten Brücken, hin und wieder sieht man Eingänge zu etwas, das aussieht wie alte Bunker. Wir haben uns nicht getraut hinein zu gehen, aber interessiert hat es mich schon. Ich hab ein bisschen recherchiert, es sind auf jeden Fall nicht die Eingänge zum verwunschenen Kapuzinerkloster Convento dos Capuchos Sintra (das ich sehr gerne noch gesehen hätte!). Wer also weiß, was es damit auf sich hat, bitte einfach als Kommentar hinterlassen – du würdest mich damit sehr glücklich machen!

 

Und jetzt du: Warst du schon mal in Sintra und Umgebung? Und welche Sehenswürdigkeiten oder Gegenden kannst du besonders empfehlen? Ist der Praia de Adraga wirklich so überlaufen, wie man überall liest?

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