Kategorie: Lissabon • Restaurants, Bars & Cafés
Datum: 12. Dezember 2019

Lesezeit:  3 Minuten

Portugiesische Spezialitäten in Lissabon

Was du unbedingt probieren musst, wenn du in Lissabon bist

Wir versuchen eigentlich immer, im Urlaub irgendetwas Landestypisches zu essen. Manchmal klappt es gut, manchmal bin ich als Fischverweigerer da etwas schwer bedient, obwohl ich oftmals zumindest probiere. Thomas hat da weniger Berührungsängste, er bestellt sich auf gut Glück schon mal den Oktopus, auch wenn er den noch nie gegessen hat, oder etwas anderes Außergewöhnliches. Ich ziehe meistens nach. Meistens.

Neben den vielen traditionellen Lokalen haben wir Lissabon als eine Stadt kennengelernt, in der auch gerne experimentiert wird – gesalzenen Schokopudding findet man hier genauso wie Oktopus aus dem Vakuumgarer. Lass dich einfach drauf ein, ich mach’s ja auch! Wenn du dich unsicher fühlst, gibt es natürlich in den meisten Restaurants, selbst in den einheimischen Lokalen, immer eine bekannte Alternative. Wir haben uns einmal durch halb Lissabon probiert und einige Gerichte (und Restaurants) ausfindig gemacht, die du mal probieren solltest. Guten Hunger!

Der Snack für Zwischendurch: Bacalhau

Bacalhau ist ein gesalzener und getrockneter Stockfisch, für den es angeblich über 150 verschiedene Zubereitungsarten gibt. Ich habe die Variante mit einer Masse aus Kartoffeln und Ei probiert, die zu einer länglichen Krokette geformt wird. Verschiedene Gewürze und zartzerfließender Käse sorgen für eine wahre Geschmacksexplosion im Mund, die sogar ich als Nicht-Fisch-Fan probieren musste. Sehr, sehr lecker, aber für einen Snack auch wahnsinnig sättigend!

Übrigens: In der Casa Portuguesa do Pastel de Bacalhau kann man sich anschauen, wie die kleinen Kroketten traditionell hergestellt werden. Hier wird erst bezahlt, dann geht man mit dem Kassenbon an die Theke und holt sich sein Bacalhau ab. Einer reicht pro Person locker aus!

Was? Bacalhau

Wo? Casa Portuguesa do Pastel de Bacalhau, 110-053 Rua Augusta 106

Wann? Täglich von 10:00 bis 22:00 Uhr geöffnet

Deftiger Hauptgang: Feijoada

Die Feijoada wurde ursprünglich von Sklaven erfunden, die die Reste von Schweine und Rindfleisch verwendet haben, um sie zu einem Eintopf zu verkochen. Neben dem Fleisch besteht der deftige Eintopf aus Bohnen, Tomaten, Knoblauch, Karotten und weiteren Zutaten. Je länger man ihn ziehen lässt, desto besser schmeckt er angeblich!

Wir haben unsere Feijoada in der Sardinha probiert. Die Portion war riesig und dabei günstig – Man merkt, dass hier ordentlich Fett und Protein dahinter stecken. Durch die ganzen unterschiedlichen Aromen hat man eine wahre Geschmacksexplosion, der Eintopf hat trotz des langen Kochens noch eine angenehme Konsistenz und das Fleisch war nicht zäh. Wenn man richtig hungrig ist, ist die Feijoada genau das Richtige!

Was? Feijoada

Wo? Sardinha, 110-081 Rua Jardim do Tabaco 18

Wann? Täglich von 09:30 bis 00:00 Uhr geöffnet

Zum Essen: Portwein

Der klassische Portwein ist ein roter (nur selten auch mal weißer) Süßwein, der meist zum Dessert getrunken wird. Klassischerweise servieren die Portugiesen ihn in kleinen Gläsern, was der Tatsache geschuldet ist, dass er mehr Alkohol enthält als normaler Wein.

Portwein bekommt man in so ziemlich jedem Restaurant in Lissabon – dabei gibt es verschiedene Qualitäts- bzw. Reifestufen, die unser Kellner in der Porto Wine Bar vermutlich im Schlaf hätte aufsagen können. Da ich generell ein Fan von süßen Weinen bin (eigentlich lieber Weiß als Rot), hat mir der Portwein richtig gut geschmeckt – wer es ebenfalls eher süß mag, sollte einen „Ruby“ Portwein bestellen, der schmeckt schön fruchtig.

Was? Portwein

Wo? Porto Wine Bar, 110-251 Rua dos Bacalhoeiros 143

Wann? Täglich von 10:00 bis 23:00 Uhr

Für den süßen Zahn: Pastel de Nata

Wer Puddingplätzchen mag, wird Pastel de Nata lieben! Die kleinen, klebrigen Blätterteigtörtchen mit Sahnepudding wurden schon im 18. Jahrhundert in den Klöstern von Santa Maria de Belém hergestellt. Auch heute noch findet sich die beste Adresse für süße Kalorienbomben wie diese in Belém. Kein Wunder also, dass die Menschen schon bei der Eröffnung morgens Schlange stehen, um die ersten Pasteis des Tages abzugreifen.

Wer nicht so viel Zeit hat, kann sich an einer der zahlreichen Konditoreien an der Rua Augusta bedienen, die ebenfalls superleckere Pasteis in recht großer Auswahl und vor allem frisch anbieten. Tipp: Wenn sie frisch und warm aus dem Ofen kommen, sind sie am besten.

Was? Pastel de Nata

Wo? Pasteis de Belém, 1300-085 Rua Belém 85-92

Wann? Täglich von 08:00 bis 00:00 Uhr geöffnet

Als Absacker: Ginjinha

Ginjinha toppt alles, was ich bisher an Alkohol im Ausland probiert habe: Der portugiesische Likör mit 17 bis 20% Alkohol wird traditionell aus Sauerkirschen hergestellt und aus der Schokowaffel getrunken. Üblicherweise wird er mit den eingelegten Kirschen aus der Flasche eingeschenkt und die Kirschkerne spuckt man auf den Boden – liegen viele Kirschkerne auf dem Boden, ist das ein Zeichen für die gute Qualität der Schenke.

Wir haben unseren Ginjinha an der winzig kleinen und gleichzeitig ältesten Bar „Ginginha do Caarmo“ hinter dem Bahnhof Rossio probiert und es war einfach fantastisch. Fruchtig, nicht zu schwer, süß, aber nicht quietschig. Genau das Richtige für einen Absacker nach einem leckeren Essen. Es wird sogar gratis nachgeschenkt, falls man die Waffel nicht direkt mit aufgegessen hat – wenn doch, auch nicht schlimm, denn Ginjinha ist nicht besonders teuer. Tipp: Kurz warten, wenn der Ginjinha eingeschenkt wurde, dann vermischt er sich mit der Schokolade.

Was? Ginjinha

Wo? Bar A Ginjinha, 110-201 Largo de Sao Domingos 8

Wann? Täglich von 09:00 bis 22:00 Uhr geöffnet

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